18. Tag | Kap der Guten Hoffnung | Cape of Good Hope

Was ist das Kap der Guten Hoffnung und warum heißt es eigentlich so? Das Kap der Guten Hoffnung ist der südwestliche Punkt Afrikas. Springen wir kurz ins Jahr 1487/88. Bartolomeu Dias soll für den portugiesischen König den Seeweg nach Indien finden. Er schippert mit seiner Crew los und fährt an der westlichen Seite Afrikas entlang. Es ist kalt, stürmisch und scheint aussichtslos über diesen Weg nach Indien zu gelangen. Dann erreichen sie aber die südwestliche Spitze Afrikas und Bartolomeu Dias ist guter Hoffnung, dass es doch einen Weg nach Indien gibt. Aufgrund eine Meuterei auf dem Versorgungsschiff muss die Crew zurück nach Lissabon. Sie fahren zurück und Bartolomeu Dias berichtet dem portugiesischen König, dass er guter Hoffnung ist, dass es einen Weg nach Indien gibt. Und deshalb nennt man diesen Felsvorsprung Kap der Guten Hoffnung. Und genau da wollen wir heute hin. Unser heutiger Guide: Bianca, 22, Südafrikanerin. Ihr vermeintlicher Vater, Onkel, oder Freund ist unser Fahrer. Im Gepäck: 23 Fahrräder. Auf geht’s zum Kap. Mit dem Bulli fahren wir die Küste entlang und legen drei kurze Zwischenstopps ein.

20140911-081335.jpgWir halten u. a. an einer Strandbucht und beobachten hunderte von Pinguinen. Sie gingen mir geschätzt grad mal bis zu den Knien. Ich dachte Pinguine wären viel größer. Und überhaupt: Kenne ich Pinguine nicht nur auf Eisschollen? Wie fahren weiter und erreichen den Eingang zum Kap. Bianca bezahlt und ein paar Minuten später halten wir an einem Rastplatz um Mittag zu essen. Bianca hat für uns alle ein Picknick mit selbstgemachten Nudelsalat, frischen Brötchen, Avocado-Dipp etc. vorbereitet. Wir essen gemütlich und schwingen uns, mit Helmen ausgerüstet, auf unsere Fahrräder. In Südafrika gilt nämlich Helmpflicht. In 7 km Entfernung ist das Kap. Unser Zeitplan ist eng getaktet. 20 Minuten haben wir Zeit. Was für nen Stress! Ich bin schon genervt, bevor wir überhaupt losgefahren sind. Es ist extrem stürmisch und es geht stetig bergauf. Aber selbstverständlich hab ich es geschafft. Und da steh ich nun, am Kap der Guten Hoffnung.

20140911-110107.jpgDer Wind hätte meine Brille fast von der Nase geweht, wie man sieht. Wir haben nur wenige Sekunden Zeit um ein Foto zu machen. Die Chinesen hinter uns drängeln, die Schlange wird länger. Dann krachseln wir den Felsen hoch, 45 Minuten haben wir Zeit. Oben angekommen atme ich zweimal tief durch. Es ist ein Wahnsinnsgefühl hier auf dem Kap zu stehen.

20140911-111107.jpgWir machen Fotos von uns (wie die Flensis auf dem Bild) und kehren zum Bulli zurück. Wir fahren zum nahe gelegenen Cape Point (Ein Kliff, von dem aus man einen super Blick auf das Kap der Guten Hoffnung hat). Zu Fuß machen wir uns auf den Weg zum höchsten Punkt. 9.575 km sind es von hier bis nach Hause. Es ist später Nachmittag und Bianca und ihr Fahrer bringen uns wieder zum Hotel. Wir springen schnell unter die Dusche und fahren alle gemeinsam mit dem Taxi ins Café Africa. Wir probieren uns durch typische afrikanische Spezialitäten. Nur der Malva Pudding hat gefehlt. Das “alte” Lamm war vermutlich ein Schaf, der Rest war wirklich super lecker. Der Wein sowieso.

Eure Anni aus Kapstadt.