5. Tag | male or female?

20140829-065653.jpg Abfahrt: 6 Uhr. Guide Bretton holt uns mit seinem Jeep ab. In Wolldecken gekuschelt sitzen wir zu 9 auf der Rückbank und fahren Richtung Krüger Nationalpark. Schon ein paar Minuten später plünder ich mein Lunch-Paket. Wir sind im südafrikanischen Busch!! Welche Tiere werden wir heute entdecken? Jeder hat seine eigenen Vorstellungen und Wünsche.
– “ich möchte so gerne eine Elefantenherde sehen, so wie im Dschungelbuch”*
– “ich würd so gern den echten Pumba treffen, das Schwein aus König der Löwen”
– “ich wünsch mir ein Nilpferd”
– “ich will Benjamin Blümchen sehen”
Unsere Wünsche sind alle in Erfüllung gegangen. Es war einfach unglaublich – all die Giraffen, Zebras, Elefanten, Nilpferde, Büffel, Affen, Impalas, ein Nashorn – und Tiere, deren Namen ich vergessen habe – in der freien Wildbahn zu beobachten. Bretton entging kein Tier, war es noch so klein. Wir riefen Stop, er hielt an erklärte uns alles was wir wissen wollten. Wir schossen derzeit Fotos. Definitiv haben wir jedes Hinterteil vor die Linse bekommen ;). Bretton zeigt uns das schwarze “M” am Hintern der Impalas. Ein M wie McDonalds erklärt er, Fastfood für andere Bewohner des Nationalparks. Und an Fastfood hat es in diesem Park wirklich nicht gemangelt. Statt Schafe werde ich künftig im Traum Impalas zählen. Male or female fragt Bretton. Immerhin haben wir eine 50:50 Chance richtig zu raten. Der Krüger Nationalpark ist rund 20.000 qkm groß und beherbergt über 100 Reptilienarten und rund 150 Säugetierarten. Dazu kommen noch diverse Vögel, Fische und Amphibien. 600 Ranger sollen den Park vor Wilderern und anderen ungebetenen Gästen schützen.
In der Zeit als die Ranger die Wilderer aber nicht mehr unter Kontrolle hatten, baten sie die südafrikanische Armee um Hilfe. Mit dem schlimmen Ergebnis, dass die Situation sich noch weiter verschärfte. Bis zu 200.000 $ ist das Horn eines Nashorns wert. Vor allem die Vietnamesen sind bereit horrende Summen zu zahlen, denn sie glauben das Horn hat heilende Kräfte. Und die Südafrikaner bzw. die Nachbarn aus Mosambik, die so gut wie nichts zum Leben haben, ergreifen die Chance des Nebenverdienstes.

Auch wenn wir keine Löwen, Leoparden und Geparden sehen konnten, war dieser Tag für mich bisher das Highlight der Reise. Die südafrikanische Wildnis – und ich mitten drin.

Eure Anni aus dem Bus.

PS: Abends wieder gut gegessen (Erinnerung: Ich steh voll auf Kürbispüree) und noch viele lustige Geschichten am Lagerfeuer erzählt. @Sonja: Denk dran morgen deine rote Jacke und deine grüne Hose anzuziehen!

*Querverweis zum Buchungssatz “Rüssel an Schwanz” von Wir sind Helden.